Brunnen im Luitpold Bad

20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Kitzingen durch neue Bildungs-, Gesundheits- und Freizeiteinrichtungen sowie den Bau eines Flugplatzes und militärischer Anlagen zur modernen Stadt. Die Zeit des Nationalsozialismus brachte schwere Einschnitte, darunter die Zerstörung der Synagoge, Deportationen der jüdischen Bevölkerung und massive Kriegsschäden durch den Luftangriff von 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau, begleitet von infrastrukturellen Großprojekten wie Hafenanlage, Autobahnanbindung und neuen Schulzentren. 

In den 1970er Jahren wuchs Kitzingen durch Eingemeindungen und wurde zur Großen Kreisstadt. Kulturelle und soziale Einrichtungen wie Schwimmbad, Volkshochschule, Stadtbücherei und Fußgängerzone prägten die Stadtentwicklung ab den 1980er Jahren. Mit dem neuen Kreiskrankenhaus wurde Kitzingen zum medizinischen Zentrum des Landkreises. Der Ausbau des Verkehrsnetzes mit Tangenten und Brücken entlastete die Innenstadt nachhaltig. Jubiläen, Städtepartnerschaften und die Eröffnung der Alten Synagoge unterstrichen zugleich das historische Bewusstsein und die internationale Ausrichtung der Stadt.

1902

Eröffnung des neuen städtischen Krankenhauses am 9. Oktober, heute Ärztehaus mit Brückenapotheke.

1903

Gründung der Höheren Töchterschule, das spätere Städtische Gymnasium für Mädchen

1914

Eröffnung des Prinzregent-Luitpold-Bades, auch Volksbad genannt.

1917

Der Flugplatz wird in Betrieb genommen.

1936

Bau der Florian-Geyer-Halle. Kitzingen wird Garnisonstadt.

1938

Die neue Mainbrücke (seit 1968 Konrad-Adenauer-Brücke) und die Umgehungsstraße (B 8) werden für den Verkehr freigegeben. Kitzingen hat mittlerweile 14.460 Einwohner. 

Am 10. November 1938 wird die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde in der Landwehrstraße in Brand gesteckt. Ende 1938 zählt Kitzingen nur noch 190 jüdische Einwohner, während ihre Zahl 1933 noch 360 betrug.

1942

Am 21. März werden 76 Juden aus Kitzingen nach Würzburg verschleppt, von wo aus sie in das Konzentrationslager nach Izbica bei Lublin deportiert werden; weitere 19 Juden werden am 21. September in das Ghetto Theresienstadt verschickt. Nach dem Krieg kehrt kein früheres Gemeindemitglied mehr nach Kitzingen zurück.

1945

Am 23. Februar wird die Stadt durch einen amerikanischen Luftangriff, der 600 Todesopfer fordert, schwer getroffen, 800 Wohnhäuser werden zerbombt; insgesamt sind 35% der Gebäude schwer beschädigt. Im Zweiten Weltkrieg sterben 400 Soldaten aus Kitzingen.

1957-1958

Anlegung eines Hafengeländes bei der Staustufe.

1962

Das Staatliche Armin-Knab-Gymnasium und das Städtische Gymnasium für Mädchen nehmen den Unterricht im neuen Schulzentrum im Mühlberg auf.

1964

Anbindung Kitzingens an die Autobahn mit zwei Anschlussstellen.

1972

Kitzingen wird Große Kreisstadt. Vollendung des Realschulneubaus im Mühlberg.

1973-1978

Hoheim wird am 1. Oktober 1973, Sickershausen am 1. Januar 1975, Repperndorf am 1. Januar 1978 und Hohenfeld am 1. Mai 1978 eingemeindet.

1977

Das Sole-Hallenbad wird eröffnet.

1982

Umwandlung des Luitpoldbades (Volksbad) zum Luitpoldbau, der die 1947 gegründete Volkshochschule und Stadtbücherei beherbergt.

1983

Der Ausbau der Fußgängerzone am Marktplatz und an der oberen Marktstraße wird in Angriff genommen.

Einweihung des neuen Kreiskrankenhauses am Muldenweg. Die Krankenhäuser in Iphofen und Marktbreit stellen daraufhin noch in diesem Jahr ihren Betrieb ein. Das neue Kreiskrankenhaus bildet mit seinen 260 Betten den Schwerpunkt der Krankenversorgung im Landkreis Kitzingen.

1984

Die Stadt Kitzingen schließt mit der italienischen Stadt Montevarchi und der südfranzösischen Stadt Prades Städtepartnerschaften. Eröffnung des Kreiskrankenhauses im Muldenweggebiet.

1984/85

In der Silvesternacht gerät das Dachgeschoss des historischen Rathauses (erbaut 1561-1563) durch einen Feuerwerkskörper in Brand. Durch den Einsatz der Feuerwehren gelingt es, das Feuer zu löschen und den Schaden in Grenzen zu halten.

1986

Baubeginn für die Umgehungsstraßen (Tangenten) wegen des zunehmenden Verkehrs durch die Innenstadt.

1988

Verkehrsfreigabe der Westtangente

1989

Verkehrsfreigabe der Südtangente und Südbrücke

1993

Eröffnung des „Kulturhaus Alte Synagoge

Übergabe der Ostumgehung Etwashausen

1994

Inbetriebnahme des Frachtpostzentrums der Deutschen Post AG. Erster Spatenstich Nordtangente – letztes Teilstück der Umgehung Etwashausen über den Main und den Eselsberg zur Bundesstraße 8

1995

1250-Jahrfeier der Stadt Kitzingen

Freigabe des 1. Teils der Nordtangente (Verbindung von der Umgehung Etwashausen bis zur Heinrich-Fehrer-Straße)

1996

500. Geburtstag des Falterturms

 

1997



Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses mit Parkgarage in der Landwehrstraße

erster Spatenstich der 3. Ausbaustufe der Kläranlage Kitzingen

1999

Ende Juli fällt mit dem ersten Spatenstich für die Nordbrücke der Startschuss für den Bauabschnitt II der Nordtangente

Bewerbung für die Gartenschau "Natur in Kitzingen 2011"

erster Spatenstich Panzerstraße – Anbindung an St 2271

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