Jüdisches Leben wurde in Kitzingen erstmals im 13. Jahrhundert dokumentiert. Zunächst nutzte man kleinere, teils private Beträume. 1883 wurde die repräsentative Synagoge zwischen Landwehrplatz und Main feierlich eingeweiht. Bis zur Zerstörung in der Reichspogromnacht 1938 blieb sie das geistliche und kulturelle Zentrum der jüdischen Gemeinde, deren letzte Mitglieder 1942 deportiert wurden. Seitdem gibt es in Kitzingen keine jüdische Gemeinde mehr.
Heute kümmert sich der Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen e.V. um die Vermittlung von Informationen über jüdische Religion, Geschichte und Kultur unter besonderer Berücksichtigung der Region.
In der Stadt Kitzingen besteht eine lebendige Erinnerungskultur.
Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen e.V.
Der Förderverein wurde 1982 gegründet, um die Synagoge vor dem Abriss zu bewahren. Sie war während der Reichspogromnacht schwer beschädigt worden. Die vier Jahrzehnte, in denen sie nicht saniert wurde, setzten der Bausubstanz ebenfalls schwer zu.
Heute vermittelt der Förderverein die Kultur und Geschichte des Judentums durch Führungen, Vorträge, Konzerte, Theater, Ausstellungen, Exkursionen und weiteren Aktionen, wie die Pflege des jüdischen Friedhofs in Rödelsee.
Eine jüdische Bibliothek samt Archiv mit rund 2.000 Bänden gehört ebenso zu den Wirkungsfeldern des Fördervereins. Sie ist außerhalb der Schulferien jeden Donnerstag von 16.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
