Stadtansicht der Kitzinger Innenstadt von Walther Schmidt aus dem Jahr 1770.

Frühe Neuzeit

Im Jahr 1629 kam Kitzingen wieder unter die Herrschaft des Hochstifts Würzburg, was eine harte Rekatholisierung und die Auswanderung vieler evangelischer Bürger zur Folge hatte. Während des Dreißigjährigen Krieges stand die Stadt kurzzeitig erneut unter protestantischem Einfluss, bevor 1650 den zurückgekehrten Evangelischen Glaubensfreiheit gewährt wurde. In der Folge entstanden bedeutende kirchliche Bauten wie die Kapuzinerkirche und das Ursulinenkloster, dessen Kirche später von der evangelischen Gemeinde genutzt wurde. Mit Balthasar Neumann prägte im 18. Jahrhundert ein bedeutender Baumeister das Stadtbild, unter anderem durch die Kreuzkapelle und die evangelische St.-Michaelskirche in Etwashausen. Die Revolutions- und Napoleonischen Kriege belasteten Kitzingen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts stark. Ab 1802 wurde die Stadt Teil Bayerns und blieb nach kurzen politischen Übergängen ab 1814 endgültig bayerisch. Der Eisenbahnanschluss von 1865 leitete eine Phase städtebaulicher und wirtschaftlicher Entwicklung ein. Im späten 19. Jahrhundert entstanden wichtige Bildungs- und Kultureinrichtungen, darunter Schulen und die Synagoge als Zentrum der jüdischen Gemeinde.

1629

Fürstbischof Adolf von Ehrenberg bringt Kitzingen wieder in den Besitz des Hochstifts Würzburg zurück. Die folgende Rekatholisierung zwingt mehr als 1000 evangelische Bürger, darunter 20 Ratsherren, zur Auswanderung.

1631-1634

Kitzingen gerät nach der Besetzung Frankens durch König Gustav Adolf von Schweden wieder kurzzeitig unter protestantische Herrschaft.

1650

In einem Gnadenerlass gewährt Fürstbischof Johann Philipp I. von Schönborn den nach Ende des Dreißigjährigen Krieges zurückgekehrten evangelischen Bürgern Glaubensfreiheit. Eine evangelische Gemeinde entsteht.

1652

Einweihung der Kapuzinerkirche. Das Kapuzinerkloster wird 1828 aufgelöst, von 1831 bis 1902 dient es als Krankenhaus.

1686-1693

Bau des Ursulinenklosters auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerinnenklosters. Den südlichen Abschluss bildet die nach Plänen von Antonio Petrini erbaute und 1699 eingeweihte Klosterkirche. Im Jahre 1803 wird das Ursulinenkloster aufgehoben, die evangelische Gemeinde erwirbt 1817 den Kirchenbau.

1741-1745

Erbauung der Kreuzkapelle in Etwashausen durch Balthasar Neumann.

1748-1754

Bau der evangelischen St. Michaelskirche in Etwashausen nach Plänen Balthasar Neumanns.

1792-1815

Während der französischen Revolutionskriege und der Napoleonischen Kriege wird Kitzingen durch zahlreiche Einquartierungen und Truppendurchzüge schwer in Mitleidenschaft gezogen.

1802

Kitzingen kommt an das Kurfürstentum Bayern. Die Stadt zählt zu dieser Zeit 3696 Einwohner.

1806-1814

Kitzingen gehört vorübergehend dem Großherzogtum Würzburg unter Ferdinand von Toscana an und wird 1814 endgültig bayerisch.

1865

Anschluss an das Eisenbahnnetz (Nürnberg-Würzburg). Im Rahmen des Stadterweiterungsplanes wird der Durchbruch der Stadtmauer zur Anlegung eines neuen Stadtteiles (Mühlberg) im Südosten beschlossen.

1871

Eröffnung der Gewerbeschule, die 1924 nach Umwandlung in eine Realschule (1877) mit dem seit 1894 bestehenden Progymnasium (heute Armin-Knab-Gymnasium) vereinigt wird.

1882-1883

Bau der Synagoge mit Ritualbad in der Landwehrstraße, religiöses und kulturelles Zentrum für die mittlerweile 65 jüdischen Familien in Kitzingen.

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