Stahlstich Alte Mainbrücke um 1840 nach Poppel

Mittelalter

Die Geschichte Kitzingens beginnt 745 mit der Gründung des Klosters durch Hadeloga, das 748 erstmals urkundlich erwähnt wird. Um das Kloster entstand eine Siedlung, die 1040 als „villa Kitzingen“ genannt und später zur Stadt ausgebaut wurde. Ab dem 13. Jahrhundert entwickelte sich Kitzingen zum Marktflecken mit wichtiger Infrastruktur wie der Alten Mainbrücke. Im 14. Jahrhundert wechselte die Herrschaft vom Haus Hohenlohe zum Hochstift Würzburg, während bedeutende Bauwerke wie die Pfarrkirche St. Johannes entstanden. Im 15. Jahrhundert prägten Befestigungsbauten wie der Falterturm sowie Brände und politische Veränderungen das Stadtbild. Der Bauernkrieg 1525 brachte schwere Strafen für die Bevölkerung. Mit dem Anschluss an die Reformation 1530 und der Aufhebung des Klosters 1544 begann eine neue Phase der Stadtgeschichte. Der Bau des Renaissance-Rathauses 1561–1563 setzte einen architektonischen Höhepunkt dieser Entwicklung.

745

Gründung des Klosters Kitzingen durch Hadeloga, der Sage nach eine Tochter des karolingischen Hausmeiers Karl Martell. Sie wurde erste Äbtissin des Klosters.

748

Zeitlich frühester Beweis für das Bestehen des Klosters Kitzingen in der Lebensbeschreibung des ersten Fuldaer Abtes Sturmius: "apud Kizinga monasterium".

1007

König Heinrich II. schenkt die Reichsabtei Kitzingen dem von ihm neu gegründeten Bistum Bamberg und entzieht ihr dadurch die Reichsunmittelbarkeit.

1040

Erstmals ist in einer Urkunde König Heinrichs III. von einer "villa Kitzingen" (Dorfsiedlung) in Nähe des Klosters die Rede, aus der die spätere, von einer Mauer umgebene, städtische Siedlung entsteht.

1280

Kitzingen wird urkundlich "oppidum" (Marktflecken) genannt.

1300

In einer hohenlohischen Urkunde wird zum ersten Mal die Alte Mainbrücke in der Stadt Kitzingen erwähnt.

1336-1381

Kitzingen geht aus der Hoheit der Grafen von Hohenlohe an das Hochstift Würzburg über.

1344

Die Brüder Rüdiger und Wolfram Teufel, gebürtige Kitzinger, und Konrad Groß, Schultheiß von Nürnberg, stiften ein Spital in Kitzingen zur Beherbergung und Pflege von alten und kranken Menschen.

1400-1487

Bau der katholischen Pfarrkirche St. Johannes im spätgotischen Stil. Die Kirche ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt.

1443

Kitzingen wird vom verschuldeten Hochstift Würzburg für 39.100 Gulden an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach verpfändet, vorbehaltlich des Rechts auf Wiedereinlösung.

1469-1496

Erbauung des Falterturms als Teil der äußeren Befestigungsmauer. Der Turm hat eine Höhe von 52 Metern und beherbergte bis 2011 das 1967 eröffnete Deutsche Fastnachtmuseum.

1482Erstes Deutsches Weingesetz

1484

Schwerer Brand im Kloster. Einige der Klostergebäude sowie die Kirche brennen fast vollständig nieder, wertvolle Archivalien werden für immer vernichtet.

1525

Zahlreiche Kitzinger nehmen am Bauernaufstand teil. 60 von ihnen werden nach dessen Niederschlagung von Markgraf Casimir mit Blendung und Stadtausweisung bestraft. Die Stadt selbst muss 13.000 Gulden Strafe zahlen sowie die zerstörten Klostergebäude und die Klosterkirche wieder instand setzen.

1530

Markgraf Georg der Fromme von Brandenburg unterzeichnet vor Kaiser Karl V. auf dem Reichstag die so genannte "Augsburger Konfession" und vollzieht somit den Anschluss Kitzingens an die Reformation.

1544

Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg hebt das Benediktinerinnenkloster Kitzingen auf. Unter Leitung eines markgräflichen Beamten wird ein adeliges Damenstift in den Gebäuden eingerichtet.

1561-1563

Erbauung des Rathauses im Renaissance-Stil durch Baumeister Hans Eckart von Schaffhausen.

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